Mehr Mobilität, mehr Lebensqualität: Prothesen im Fokus
Was ist eine Prothese?
Eine Prothese ist ein „Ersatzteil“ für Gelenke bzw. Körperteile, die ihrer Funktion nicht mehr nachkommen können. Dabei unterscheidet man Exoprothesen und Endoprothesen. Bei schweren Verletzungen kann es notwendig sein, Organe oder Gliedmaßen zu amputieren bzw. zu entnehmen. Eine Prothese kann das fehlende Organ bzw. die fehlende Gliedmaße ersetzen und deren natürliche Funktionen nachbilden. Somit kann der Betroffene an Lebensqualität dazugewinnen und selbstständig bleiben.
Die Entwicklung von Prothesen
Ursprünglich waren Prothesen oft aus Holz, Leder oder Metall gefertigt. Dank technologischer Entwicklung bestehen Prothesen heutzutage überwiegend aus verschiedenen Kunststoffen, wenn das Grundgerüst auch häufig aus Metall besteht. Auch Prothesen aus Carbon sind möglich.
Arten von Prothesen
Man unterscheidet zwei Arten von Prothesen: Exo- und Endoprothesen, wobei diese Vorsilben die Verortung im Körper zeigen.
Exoprothesen: Diese Prothesen befinden sich außerhalb vom Körper, wie beispielsweise Hand-, Arm-, oder Beinprothesen
Endoprothesen: Diese Prothesen befinden sich innerhalb des Körpers. Diese Implantate bleiben dauerhaft im Körper. Hierzu zählen beispielsweise Hüftgelenke, Knieprothesen oder auch künstliche Herzklappen.
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Bein- und Fußprothesen
Fokus dabei liegt auf der Wiederherstellung der Beweglichkeit des Betroffenen. Unterschenkelprothesen werden an den gesunden Oberschenkel angebunden und tragen einen großen Teil des Körpergewichts. Eine Oberschenkelprothese muss viele Abläufe ersetzen, da der Oberschenkel die Verbindung zum Unterschenkel und Fuß darstellt.
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Arm- und Handprothesen
Armprothesen müssen die Funktionalität der Arme widerspiegeln. Oberarmprothesen sind daher in mehrere bewegliche Partien aufgeteilt, damit diese Funktionen möglichst genau nachgebildet werden können. Bei Unterarmprothesen kann zwischen aktiven und passiven unterschieden werden. Während passive Prothesen lediglich einen ästhetischen Zweck verfolgen, ermöglichen aktive Prothesen die Ausführung gezielter Bewegungen. Auch Handprothesen müssen die Funktion der Hände möglichst präzise abbilden können, um ein normales Zugreifen, Festhalten und Gestikulieren zu ermöglichen.
Das Vorgehen einer Prothesenversorgung
Bei der frühen Rehabilitation, etwa zwei bis drei Wochen nach der Amputation, wird der Betroffene zunächst mit einer Übergangsprothese (Interimsprothese) versorgt. Dabei bekommt der Patient ein Gespür für den Umgang mit einer Prothese. Nach etwa vier bis sechs Monaten wird die Mobilität und die Heilung des Stumpfes überprüft und nach erfolgter Verordnung eine Definitivprothese angepasst. Diese Art der Prothese ist speziell auf die Bedürfnisse des Patienten angepasst. Diese Art der Prothese stellt eine langfristige Lösung dar und soll den Betroffenen optimal im Alltag unterstützen.
Anforderungen an Prothesen
Prothesen sollten die Funktion und Beweglichkeit der Gliedmaße bestmöglich wiederherstellen. Daher sollten sie folgende Grundanforderungen erfüllen:
- Stumpfschonend, d.h. keine Hemmung der Durchblutung, sowie keine Schmerzen verursachen
- Längenausgleich bieten, d.h. keine Fehlstellungen verursachen
- Kontrolle der Bewegungen ermöglichen
- Gebrauchssicherheit bieten
- Kosmetischen Anforderungen entsprechen
Eine passende Prothese vereint die Funktionen des künstlichen mit dem erhaltenen Körperteil und bietet eine ausgeglichene Druckverteilung.
Jede Prothese sollte auf die individuellen Bedürfnisse des Anwenders abgestimmt sein.
Beantragung von Prothesen
Nachdem Ihnen Ihr Arzt eine Verordnung über die notwendige Prothesenversorgung ausgestellt hat, ist die nächste Anlaufstelle das Sanitätshaus Ihres Vertrauens.
Hier wird gemäß der verordneten Prothese die für Sie passende Versorgung ermittelt. Für die Genehmigung wird ein Kostenvoranschlag an die zuständige Krankenkasse weitergeleitet.
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