Gehtrainer für den kleinen Josué in Guatemala

Das mediteam Gesundheitszentrum hat zusammen mit der Jürgen-Wahn-Stiftung in Soest einen Gehtrainer für den kleinen Josué in Guatemala gespendet. Dabei übernahm die Jürgen-Wahn-Stiftung die Kosten des Hilfsmittels in Höhe von 2.200 Euro und die Firma mediteam die Kosten des Transports bzw. der Lieferung nach Guatemala in Höhe von 450 Euro.

Wer glaubt, die Mühlen der Demokratie in Deutschland mahlten langsam, der war noch nicht in Guatemala! Sieben Wochen und zwei Tage dauerte es, bis der Gehwagen für den kleinen Josué alle bürokratischen Hürden überwunden hatte und aus dem guatemaltekischen Flughafen befreit werden konnte!

Am 4. Mai 2012 hatte das mediteam Bamberg den von der Jürgen-Wahn-Stiftung gespendeten Gehwagen auf den Weg gebracht und schon 10 Tage später erreichte er sein Ziel: Den Flughafen La Aurora, Guatemala. Dort wollten wir ihn in Empfang nehmen...so der Plan! Die Realität sah anders aus: Anstelle des Gehwagens händigte man uns eine Rechnung über 900 (!!) Euro aus, die für Steuern, Zollgebühren und Lagerkosten aufzubringen waren. Unglaublich, dass sich der Staat Guatemala noch an einer Spende bereichern wollte!

Natürlich zahlten wir nicht, sondern wägten alle möglichen und unmöglichen Optionen ab. Wir wendeten uns an die Organisation SOSEP, die der Schirmherrschaft der Präsidentengattin untersteht und eine Steuerbefreiung besitzt. Die Lösung: eine Schenkung. Der Gehwagen wurde also SOSEP vermacht, damit wir ihn steuerfrei aus dem Flughafen holen konnten. Dies musste per notariellem Gutachten beglaubigt und vom Finanzamt abgesegnet werden. Dann hieß es immer wieder...mañana (= morgen) kommt der Gehwagen heraus…

Wir warteten viele mañanas, bis Carmen Barrios, die Leiterin der Kindertagesstätte ADECI, schließlich und endlich am 3. Juli, zwei Monate später, überglücklich das Riesenpaket in den Händen hielt! Bei einer offiziellen Übergabe wurde der Gehwagen wieder an ADECI zurückgeschenkt. Der kleine Josué bekam von alldem nichts mit... Von Geburt an geistig und körperlich behindert, kann er nicht wie die anderen Kinder über den Hof springen. Er schaut dem fröhlichen Treiben immer aus einer Beobachterposition heraus zu. Nun aber kann er seine ersten Schritte tun – und zwar selbstständig!

Er besucht die integrative Kindertagesstätte ADECI in einem Vorort und sozialen Brennpunkt Guatemala Citys. Die engagierte Leiterin Carmen Barrios hat sich in der Vergangenheit für eben diese in der Gesellschaft sonst chancenlosen Kinder eingesetzt und ein Team von Sprachtherapeuten, Psychologen und Lerntherapeuten engagiert, sodass Josué nun professionelle Betreuung, sowie gezielte therapeutische Unterstützung bekommt. Der Gehtrainer ist ein Segen für Josué. Überglücklich lief er seine ersten Schritte – direkt in die Arme seiner Mutter, der die Tränen in den Augen standen.